09.05.2026 – Vertreterversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes in Lüsche

Lüsche/Bakum – Zur Vertreterversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes e.V. (OFV) kamen am Samstag zahlreiche Delegierte, Feuerwehrführungskräfte sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft im Gasthof Evers in Bakum-Lüsche zusammen.

Bild: Geschäftsführer Christian Rhein, Stellv. Vorsitzender des OFV Klaus Fischer, HFM Tim Schrand, Stellv. Verbandsvorsitzender und Kreisbrandmeister Frank Hattendorf, Alfons Suding, Christina Reiners-Zirk,  Verbandsvorsitzender und Regierungsbrandinspektor Udo Schwarz

OFV-Verbandsvorsitzender und Regierungsbrandinspektor Udo Schwarz eröffnete die Versammlung um 14 Uhr und begrüßte neben den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden auch zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, die Landtagsabgeordneten Christoph Eilers, Lukas Reinken und Jens Nacke sowie Vertreter aus Verwaltung, Polizei und Feuerwehrwesen.

Zu Beginn gedachte die Versammlung der verstorbenen Feuerwehrkameraden. Stellvertretend nannte Schwarz die verstorbenen Ehrenmitglieder Gerd Wendte, Dr. Fritz Hardach und Hans-Hermann Wilkens.

Danach ging es weiter mit den Grußworten:

Landrat Tobias Gerdesmeyer: Für mich persönlich ist es immer wieder eine besondere Freude, Verantwortliche unserer Feuerwehren bei uns begrüßen zu dürfen. Und wer in diesen Saal blickt, der sieht eben nicht nur schicke Uniformen, und Feuerwehrkameradinnen und – Kameraden aus dem gesamten Oldenburger Land. Er sieht vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen, Menschen, die da sind, wenn andere Hilfe brauchen und Menschen, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen. Die nicht fragen, was der Staat und andere für sie tun können, sondern, die selbst etwas für das Gemeinwohl wollen. Diese Bereitschaft geht leider mehr und mehr verloren. Jeder ist sich selbst der Nächste und insofern sind Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement auch ein gutes Beispiel dafür, wie Zusammenleben auch in Zukunft gut funktionieren kann. Wenn die Gesellschaft ausnahmslos aus Feuerwehrkameraden bestehen würde, hätten wir so manches Problem in unserer Gesellschaft nicht. Also, schön, dass Sie da sind! Von den Dammer Bergen bis zur Nordseeküste erstreckt sich das Verbandsgebiet des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes: sechs Kreisfeuerwehren, drei Stadtfeuerwehren und mehr als 16.000 Mitglieder. Und egal, ob wir aus dem Landkreis Vechta, aus dem Ammerland, aus Delmenhorst oder der Wesermarsch kommen: Wir alle sind Oldenburger und gehen unsere Aufgaben mit klarer Haltung, Mut und Verantwortungsbewusstsein an. Diese gemeinsame Identität spürt man gerade bei den Feuerwehren ganz besonders. Die Feuerwehren sind das Herzstück unserer kommunalen Sicherheitsarchitektur. Deshalb muss man sich auch bei Zeiten mit den von Udo Schwarz aufgeworfenen Fragen zur Zukunft unserer Feuerwehren beschäftigen. Es geht um die Resilienz unserer Strukturen· und dabei vor allem auch um den Faktor Mensch. Dabei spielen Psychosoziale Notfallversorgung und auch eine gute Unterstützung bei länger andauernden Lagen eine wichtige Rolle. Gerade dieses starke Gemeinschaftsgefühl macht das Oldenburger Land aus. Man packt an und man hilft sich gegenseitig. Und genau dafür stehen auch unsere Feuerwehren. Sie sind mit Ihren jeweiligen Feuerwehren rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für andere da; nicht nur bei spektakulären Großschadenslagen, sondern auch bei kleineren Einsätzen, wo Ihre Hilfe und Unterstützung benötigt wird. Und dafür möchte ich Ihnen heute von Herzen danken, so Gerdesmeyer.

MdB Silvia Breher: Liebe Kameradinnen und Kameraden, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, meine sehr geehrten Damen und Herren. Unsere Feuerwehren im Oldenburger Land sind hervorragend aufgestellt und das ist keineswegs selbstverständlich. Dahinter stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich ehrenamtlich engagieren und Tag und Nacht bereitstehen, wenn Hilfe gebraucht wird. Neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen leisten sie einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft. Wenn der Alarm ertönt, sind Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden zur Stelle, oft unter schwierigen und belastenden Bedingungen und nicht selten mit persönlichem Risiko. Dieser Einsatz verdient höchsten Respekt und große Dankbarkeit. Dafür möchte ich heute allen Einsatzkräften von Herzen, Danke sagen. Gleichzeitig wissen wir, dass die Herausforderungen immer größer werden. Eine gute Ausstattung, starke Rahmenbedingungen und die Nachwuchsgewinnung bleiben wichtige Aufgaben. Ebenso brauchen unsere Rettungskräfte klare Unterstützung und Rückhalt in der Gesellschaft. Ich wünsche allen Kameradinnen und Kameraden weiterhin viel Freude und Begeisterung für die Feuerwehr, starke Kameradschaft und vor allem, dass sie von jedem Einsatz gesund zu ihren Familien zurückkehren.

Dr. Christian Kielhorn: Es ist mir heute eine besondere Ehre, ein kurzes Grußwort im Namen des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz an Euch richten zu dürfen. Die Verbandsversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes ist für mich inzwischen ein fester Termin im Kalender. Im vergangenen Jahr habe ich über einige Vorhaben des NLBK berichtet. Heute kann ich sagen: Wir sind auf einem guten Weg. Mit vielen kleinen und großen Maßnahmen unterstützen wir die Feuerwehren sowie den Katastrophen- und Zivilschutz in Niedersachsen. Am Standort Loy wächst derzeit das neue Bettenhaus, dessen Fertigstellung für Ende 2026 vorgesehen ist. Auch in Celle/Scheuen laufen wichtige Bauprojekte, darunter neue Unterkunftsgebäude und ein gemeinsames Technikzentrum mit dem Landkreis Celle. Auch personell und im Bereich Ausbildung konnten Fortschritte erzielt werden. Zusätzliche Lehrkräfte ermöglichen eine Steigerung der Lehrgangskapazitäten für die Freiwilligen Feuerwehren um 13 Prozent. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, die Lehrgangsplanung zu verbessern und langfristig mehr Planungssicherheit zu schaffen. Darüber hinaus konnten wichtige Projekte für den Katastrophenschutz umgesetzt werden unter anderem die Ausgabe von Hochwasserschutzausrüstung, Sandsackfüllmaschinen und geländegängigen Krankentransportfahrzeugen. Weitere Beschaffungsprogramme befinden sich bereits in der Umsetzung. Mit all diesen Maßnahmen stärken wir Schritt für Schritt die Feuerwehren und den Katastrophenschutz in Niedersachsen. Das NLBK freut sich darauf, auch künftig viele engagierte Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden an unseren Standorten begrüßen zu dürfen. Ich wünsche der Versammlung weiterhin einen guten Verlauf, freue mich auf den gemeinsamen Austausch und schließe mit einem herzlichen „Gut Wehr“, so Dr. Christian Kielhorn.

Vizepräsident des LFV, Gerd Diekena überbrachte die besten Grüße von Präsident Olaf Kapke. Danach sprach er kurz die Messe ,,Interschutz 2026“ an und teile mit das der LFV, Ende Mai seine Sitzung in Wittmund stattfinden lässt.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand der ausführliche Jahresbericht von Udo Schwarz. Dabei wurde deutlich, dass der Verband im Jahr 2025 weitergewachsen ist. Die Gesamtmitgliederzahl stieg von 16.024 auf 16.146 Mitglieder. Besonders positiv entwickelte sich der Nachwuchsbereich: Die Jugendfeuerwehren zählen inzwischen 2.397 Mitglieder, die Kinderfeuerwehren 818. Auch die Altersabteilungen verzeichneten einen leichten Zuwachs. Schwarz betonte, dass diese Zahlen die Attraktivität des Feuerwehrwesens im Oldenburger Land unterstreichen.

Ein besonderes Ereignis des vergangenen Jahres war das 21. OFV-Zeltlager in Delmenhorst mit über 1.200 Jugendlichen und rund 100 Betreuer und Betreuerinnen. Neben Wettbewerben und Freizeitangeboten habe das Lager vor allem Gemeinschaft und Begeisterung für die Feuerwehr vermittelt.

Auch das Einsatzgeschehen wurde vorgestellt. Mit 12.589 Einsätzen blieb die Gesamtzahl nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Allerdings nahmen insbesondere Klein-, Mittel- und Großbrände deutlich zu. Gleichzeitig gingen die technischen Hilfeleistungen leicht zurück. Schwarz machte deutlich, dass anspruchsvollere Brandlagen erheblich mehr Personal, Material und Nachbereitung erfordern und somit auch die Feuerwehrtechnischen Zentralen und kommunalen Haushalte stärker belasten.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Ausbildung. Die Zahl der Lehrgänge stieg von 572 auf 668. Insgesamt nahmen 2.534 Feuerwehrangehörige an Aus- und Fortbildungen teil. Besonders hervorgehoben wurden die Realbrandausbildung und das Fahrsicherheitstraining des OFV. Die Rauchdurchzündungsanlage absolvierte 19 Trainingstage mit 238 Teilnehmern, beim Fahrsicherheitstraining wurden an 20 Tagen insgesamt 272 Feuerwehrangehörige geschult.

Zudem berichtete Schwarz über Fortschritte in den Bereichen Atemschutz, Digitalisierung und Führungsunterstützung. Gleichzeitig sprach er die Herausforderungen durch die Reduzierung von Microsoft- und Teams-Lizenzen an, die den Verband organisatorisch vor große Probleme gestellt hätten. Dennoch habe man die Situation gemeinsam bewältigen können.

Auch die Zusammenarbeit mit Kommunen, Polizei, Versicherungen und Nachbarverbänden hob Schwarz hervor. Besonders die Einführung einer neuen Dienstanweisung für Kreisfeuerwehren und Kreisbrandmeister in mehreren Landkreisen sei ein wichtiger Schritt für klare Zuständigkeiten und moderne Verwaltungsstrukturen gewesen.

Im Rahmen der Versammlung standen zudem Wahlen und Ehrungen auf der Tagesordnung.

Nach dem Rücktritt von Thomas Gerken wurde Gerhard Ammermann einstimmig zum Sprecher des Arbeitskreises Wettbewerbe gewählt.

Für besondere Verdienste ehrte der Oldenburgische Feuerwehrverband mehrere Personen und Unternehmen.

Die Firma Suding Beton- und Kunststoffwerk GmbH erhielt die Plakette „Partner der Feuerwehr“.

HFM Tim Schrand wurde mit dem Jugendabzeichen des OFV in Bronze ausgezeichnet.

Christina Reiners-Zirk erhielt die Verdienstmedaille in Silber des OFV.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzender des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes und Kreisbrandmeister Frank Hattendorf wurde mit der Ehrenmedaille des OFV ausgezeichnet.

Nach dem Kassenbericht durch Verbandsgeschäftsführer Christian Rhein wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenfalls einstimmig erfolgte die Wahl der neuen Kassenprüferinnen und Kassenprüfer: Viola Rabold aus Wilhelmshaven sowie Gemeindebrandmeister Heiko Bruns aus Wiefelstede, beide nahmen die Wahl an.

Zum Abschluss richtete der stellvertretende Vorsitzende Klaus Fischer eindringliche Worte an die Versammlung. Er dankte allen ehrenamtlichen Kräften, den Arbeitskreisen sowie den Partnern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Feuerwehr bedeute Verantwortung, Zusammenhalt und Verlässlichkeit, gerade in einer Zeit wachsender Herausforderungen. Mit großem Applaus endete anschließend die Vertreterversammlung des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes 2026.

Text und Bilder: Thomas Giehl – Leiter Öffentlichkeitsarbeit im OFV

Bilder: Heiko Pold

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