Westerloy (LK Ammerland) – Wie reagiert der Katastrophenschutz, wenn sich ein Vegetationsbrand aufgrund trockener Flächen und wechselnder Winde rasch ausbreitet?

Bild: Drei Hubschrauber der Polizei mit Wasseraufnahmebehältern und Einsatzkräften der Feuerwehr beim befüllen
Dieses Szenario stand im Mittelpunkt einer groß angelegten Übung, die am 13. und 14. März 2026 im Bereich Westerloy, einem Ortsteil von Westerstede, durchgeführt wurde. Verantwortlich für die Organisation war die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen mit ihrer Hubschrauberstaffel in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Westerloy. Gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr trainierten die Einsatzkräfte ein komplexes Vegetationsbrandszenario. Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren aus Westerloy, Halsbek und Ocholt-Howiek sowie Einsatzkräfte der Stadt Westerstede. Unterstützt wurden die polizeilichen Kräfte außerdem durch die Polizeihubschrauberstaffel Sachsen sowie das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK). Die Feuerwehr Westerloy unterstützte die Übung unter anderem mit dem Wechselladerfahrzeug Vegetationsbrandbekämpfung des Katastrophenschutzes Niedersachsen, das speziell für Einsätze bei Wald- und Flächenbränden ausgestattet ist. Das Wetter meinte es für die Einsatzkräfte allerdings nicht besonders gut. Bei Temperaturen um fünf Grad und zeitweisem Regen stellte sich zwar kein typisches Waldbrandwetter ein, dennoch wurde das Übungsszenario von allen Beteiligten realitätsnah abgearbeitet. Nach einer vorausgehenden theoretischen Einweisung lag der Schwerpunkt der praktischen Ausbildung insbesondere auf dem Einsatz von Hubschraubern bei Vegetationsbränden. Dabei wurden neben dem Wasserabwurf auch verschiedene Verfahren zur Wasseraufnahme unter Nutzung des sogenannten „Bambi-Buckets“ geübt. Diese Technik ermöglicht es, große Wassermengen aus offenen Gewässern aufzunehmen und zielgerichtet über Brandflächen abzuwerfen. Vegetationsbrände stellen Einsatzkräfte zunehmend vor besondere Herausforderungen. Auch in Norddeutschland werden längere Trockenperioden immer häufiger, wodurch die Gefahr von Vegetationsbränden weiter zunimmt. Hohe Ausbreitungsgeschwindigkeiten, schwer zugängliches Gelände und eine häufig eingeschränkte Wasserversorgung erfordern eine präzise Einsatzplanung sowie ein eng abgestimmtes Vorgehen aller beteiligten Organisationen. Die Übung in Westerloy diente daher dazu, genau diese Fähigkeiten weiter auszubauen und die Einsatzbereitschaft für mögliche Ernstfälle nachhaltig zu stärken.
Text und Bild: Heiko Pold – Presse der Feuerwehren Landkreis Ammerland