23.04.2026 – Feuerwehr-Montur wird zukünftig noch am Einsatzort ausgezogen

Varel (Lk Friesland) – Bei einem Brandeinsatz sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr vielen Gefahren ausgesetzt, insbesondere wenn Sie unter Atemschutz in verrauchte Gebäude vordringen müssen.

Ein Risiko dabei sind Rauchgase, Ruß und Schadstoffe, die sich auf der Kleidung, auf Schuhen und Geräten absetzen. Diese Partikel können die Gesundheit gefährden und sind auch noch da, wenn der Einsatz längst beendet ist. Mit Blick auf die Gesundheitsvorsorge für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben die Feuerwehren der Stadt Varel jetzt ein neues Hygienekonzept für Einsatzstellen entwickelt. Dieses Konzept, das die Einrichtung einer Hygieneschleuse noch am Einsatzort vorsieht, wurde jetzt bei einer Stadtsicherheitsunterweisung für die Mitglieder aller drei Ortswehren im Feuerwehrgerätehaus vorgestellt und wird ab sofort bei entsprechenden Einsätzen angewendet. Das Hygienekonzept wurde von Jannik Janssen entwickelt und unter Leitung von Hannes Lazinski, Sicherheitsbeauftragter der Ortswehr Obenstrohe, gemeinsam mit den Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehren der Stadt Varel weiter ausgearbeitet. Abgestimmt und letztlich genehmigt wurde das Konzept durch das Stadtkommando unter Leitung von Stadtbrandmeister Bernd Steffen. Orientiert haben sich die Vareler Einsatzkräfte dabei an einem vergleichbaren Konzept der Feuerwehr Wardenburg. „Feuerwehrkräfte kommen zwangsläufig mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Berührung“, erklärt dazu Stadtbrandmeister Bernd Steffen.

„Von Rauchgasen und Rußpartikeln bis hin zu Chemikalien und anderen Gefahrenstoffen.“ Die Schutzausrüstung und moderne Einsatzkleidung tragen dazu bei, den direkten Kontakt mit diesen Stoffen zu vermeiden. Wie und wann sich die Einsatzkräfte ihrer durch den Einsatz kontaminierten Ausrüstung entledigen, das ist nun durch das neue Hygienekonzept klar geregelt. Hannes Lazinski und der Stadtsicherheitsbeauftragte Alexander Cramer stellten das Konzept jetzt in Theorie und Praxis vor, ein Trainingstrupp demonstrierte das zukünftige Vorgehen im Einsatzfall. So wird künftig noch vor Ort an geeigneter Stelle ein Hygieneplatz eingerichtet. Dort werden Helm, Geräte und Einsatzkleidung abgelegt, eine erste Waschgelegenheit genutzt und Wechselkleidung angezogen. Dann soll möglichst umgehend der Transport zum Gerätehaus erfolgen, wo nach Möglichkeit direkt geduscht werden sollte: „Ziel ist es, dass die Kameradinnen und Kameraden nach einem Einsatz keine Partikel mehr nach Hause tragen“, fasste Alexander Cramer zusammen. Sowohl die Einsatz- als auch die einheitliche Wechselkleidung werden durch die Feuerwehr direkt zur Reinigung gegeben. Diese Einsatzhygiene wird vollständig dokumentiert – auch um sicherzustellen, dass alles am Ende des Kreislaufs wieder am richtigen Platz landet.

Bild: Ortsbrandmeister Mathias Rothenburg und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner

Mit der Einsatzstellenhygiene ist deshalb nicht nur ein enormer logistischer Aufwand verbunden, auch Ausrüstung wurde dafür neu beschafft. Rollcontainer und Transportboxen, zudem eine mobile Waschgelegenheit und Staumöglichkeiten für die Wechselbekleidung. „Die Einsatzhygienestelle ist zukünftig auch Ausgangsschleuse für die Einsatzkräfte“, sagt Alexander Cramer, „wer dort hindurch ist, für den ist der Einsatz beendet.“ Ziel sei es, die Einsatzzeiten insbesondere der Atemschutzgeräteträger weiter zu reduzieren, jeder Trupp soll – sofern die Lage es zulässt – nur einmal ins Geschehen hineingehen. Rund 25.000 Euro wurden für die Ausstattung der neuen Einsatzhygiene investiert, ein Schnelleinsatzzelt sowie auf mittlere Sicht ein neues Fahrzeug, das speziell auf diesen Einsatzzweck zugeschnitten ist, stehen noch auf der Wunschliste. „Wir danken der Stadt Varel, die uns die erforderlichen Anschaffungen ermöglich hat“, betont Stadtbrandmeister Bernd Steffen. Außerdem gelte der Dank den Kolleginnen und Kollegen aus Wardenburg, die bereitwillig Auskunft über ihr Konzept gegeben hatten. Mit dem neuen Konzept habe die Feuerwehr Varel einen wichtigen Schritt für mehr Sicherheit und Gesundheitsvorsorge getan, sind sich Alexander Cramer und Bernd Steffen einig.

Text und Bilder: Michael Tietz – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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