12.09.2026 – Abgelegene Lage stellte Feuerwehren vor große Herausforderungen

Klein Garnholt (LK Ammerland) – Es war ein früher Samstagmorgen (12.09.26), als die Feuerwehren aus Westerstede und Hollwege zu einer zunächst unklaren Rauchentwicklung an einem Autobahnrastplatz alarmiert wurden.

Bild1:  Wohnhaus und Carport durch Feuer stark zerstört.

Was zunächst nach einem möglichen Brand im Bereich des Rastplatzes aussah, entwickelte sich schnell zu einem umfangreichen Gebäudebrand. Bereits auf der Anfahrt stellte sich heraus, dass sich die Rauchentwicklung auf der anderen Seite des angrenzenden Waldstücks befand als zunächst gemeldet. Dort brannte ein Wohnhaus. Aufgrund der ersten Rückmeldungen wurden umgehend weitere Einsatzkräfte nachalarmiert. Als die ersten Feuerwehrkräfte das Objekt erreichten, bot sich ihnen ein eindrucksvolles Schadensbild. Der an das Wohnhaus angrenzende Carport stand mitsamt dem darin abgestellten Pkw bereits in Vollbrand. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits auf das Wohngebäude und den Dachstuhl übergegriffen. Eine der größten Herausforderungen stellte von Beginn an die Löschwasserversorgung dar. Das betroffene Wohnhaus lag sehr abgelegen und eine unmittelbare und ausreichende Löschwasserversorgung stand nicht zur Verfügung. Um die benötigte Wassermenge an die Einsatzstelle zu bringen, mussten über weite Strecken Schlauchleitungen verlegt und mehrere Zwischenpumpen eingesetzt werden. Parallel dazu wurde eine Wasserförderung im Pendelverkehr aufgebaut. Mehrere Tanklöschfahrzeuge transportierten kontinuierlich Löschwasser zur Einsatzstelle. Besonders wertvolle Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte dabei aus der Landwirtschaft. Zwei Landwirte aus der Region sowie das Lohnunternehmen Loogemann, das über die Organisation Red Farmer alarmiert worden war, unterstützten die Feuerwehr mit großen Tankanhängern. Auf diese Weise konnten allein durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge mehr als 60.000 Liter Wasser zur Einsatzstelle gebracht werden. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Landwirten und Lohnunternehmen zeigte einmal mehr, welchen wichtigen Beitrag regionale Strukturen bei größeren Schadenslagen leisten konnten. Insbesondere dann, wenn die örtliche Löschwasserversorgung an ihre Grenzen stieß, konnten vorhandene Ressourcen aus der Landwirtschaft eine wichtige Ergänzung darstellen. Zur Unterstützung der Brandbekämpfung waren die Feuerwehren aus Westerstede, Ochholt-Howiek, Garnholt, Hollwege und Gristede sowie die Technische Zentrale Elmendorf mit insgesamt mehr als 100 Einsatzkräften vor Ort. Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag auf dem Dachbereich. Da sich der Brand bereits in den Dachstuhl ausgebreitet hatte, wurde die Drehleiter der Technischen Zentrale eingesetzt. Mit ihrer Hilfe konnte ein Teil der Dachhaut gezielt geöffnet werden. Dadurch erhielten die Einsatzkräfte Zugang zu Bereichen, in denen sich weitere Glutnester befanden. Gerade der verwinkelte Dachbereich erwies sich dabei als besonders schwierig. Immer wieder wurden Glutnester entdeckt, die gezielt abgelöscht werden mussten. Für diese Arbeiten kamen auch Einsatzkräfte des Fachzuges Absturzsicherung zum Einsatz. Sie unterstützten bei den Arbeiten in den schwer zugänglichen und absturzgefährdeten Bereichen des Daches und ermöglichten dadurch eine sichere Brandnachkontrolle. Bei einem Einsatz dieser Größenordnung war neben der eigentlichen Brandbekämpfung auch die Versorgung der Einsatzkräfte von großer Bedeutung. Neben dem Rettungsdienst Ammerland war daher auch die SEG-Betreuung in das Einsatzgeschehen eingebunden. Sie übernahm die Versorgung der zahlreichen Feuerwehrangehörigen mit Getränken und stellte ein Frühstück für die eingesetzten Kräfte bereit. Die lange Einsatzdauer und die körperlich anspruchsvolle Arbeit machten eine kontinuierliche Versorgung der Einsatzkräfte zu einem wichtigen Bestandteil der Einsatzstellenorganisation. Nach intensiven Lösch- und Nachlöscharbeiten konnten die Einsatzkräfte verhindern, dass sich der Brand weiter ausbreitete. Die zahlreichen Glutnester im Dachbereich wurden aufgespürt und abgelöscht. Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Für die Bewohner hatte der Brand dennoch weitreichende Folgen. Das Wohnhaus war durch das Feuer so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr bewohnbar war. Der Einsatz verdeutlichte eindrucksvoll die Herausforderungen, vor denen Feuerwehren bei Bränden in abgelegenen Bereichen stehen. Neben einer schlagkräftigen Brandbekämpfung war insbesondere die Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung entscheidend.

Die enge Zusammenarbeit der Feuerwehren mit Landwirten, dem Lohnunternehmen, dem Rettungsdienst und den Betreuungseinheiten erwies sich dabei als wichtiger Baustein für die erfolgreiche Bewältigung des Einsatzes

Bild und Text: Heiko Pold   Kreispressewart LK Ammerland

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