24.04.2026 – Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Friesland in Jever

Jever (LK Friesland) – Zahlreiche Delegierte aus den Friesländer Feuerwehren und Gäste waren am Freitagabend, den 24.04.26 der Einladung des Kreisfeuerwehrverband Friesland e.V. nach Jever in das neu erweiterte Feuerwehrhaus der Feuerwehr Jever gefolgt. 

Gerhard Zunken führte in gewohnter Manier durch die Tagesordnung der Verbandsversammlung. Nach Eröffnung, Begrüßung sowie traditionell dem Gedenken den im abgelaufenen Jahr 2025 verstorbenen Verbandsmitglieder, folgten die Grußworte der Gäste.  

Im Anschluss die Grußworte der Gäste, begonnen mit Hausherr Edo Albers als Bürgermeister von Jever. Ein Problem was ihn derzeit bewegt, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen die besonders gefährdete Altersgruppen schützen sollen. In dem Zuge sollte man aber auch an Feuerwehrmitglieder denken, die an Einsatzstellen schnellstmöglich erwartet werden, aber vor dem Ausrücken erst mal ohne Sonderrechte zum Feuerwehrhaus fahren müssen. Sie werden dabei dann zwangsläufig ausgebremst durch die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Ausrückzeiten werden zwangsläufig steigen und damit die Zeit, bis Hilfe beim Bürger eintrifft. In Jever, wie in vielen niedersächsischen Städten, wird beispielsweise der Ausbau von Tempo-30-Zonen, etwa auf der Schützenhofstraße/L813, vorangetrieben. 

Landrat Sven Ambrosy hatte auf einer Verbandsversammlung seinen letzten offiziellen Auftritt vor seinem Ausscheiden im Verlauf des Jahres als Landrat. Wie immer in der Vergangenheit, mit einem energischen Moin zu Beginn begrüßte er die Anwesenden. Sein Hauptthema war die militärisch definierte Zeitenwende und der automatisch damit zusammenhängende Zivilschutzoperationsplan, eng verzahnt mit dem Katastrophenschutz und der kommunalen Gefahrenabwehr. Ein wichtiger Teil in den Planungen dazu ist auch die Bundeswehr, um sich gegenseitig zu unterstützen zu können, wenn erforderlich. Er mahnte, dass die Resilienz kritischer Infrastruktur und die Unverwundbarkeit der Versorgung ist nicht gegeben. Erfreut zeigte sich der Landrat über die neuen Sirenen. Diese Infrastruktur zur Warnung der Bevölkerung wird im Laufe des Jahres einsatzbereit sein und dann müsse die Bevölkerung auch lernen die Bedeutungen der Signale zu verstehen, um daraus den erhofften Nutzen für sich ziehen zu können.  

Regierungsbrandmeister Udo Schwarz, in seiner Eigenschaft auch als Vorsitzender vom Oldenburgischer Feuerverbandes, sagte: “Wo Friesland ist, ist vorne“. Das war bezogen auf die neue Grundausbildung in der Feuerwehr, die jetzt modular aufgebaut ist. Beim Umsetzen dessen, hat die Feuerwehr in Friesland in einigen Bereichen mit ihren erarbeiteten Konzepten anerkannte Pionierarbeit geleistet. Weiterhin betonte er auch den Nutzen nebenbei, von Veranstaltungen wie der Verbandsversammlung, wo man im Umfeld wertvolle Gespräche führen kann. Feuerwehr ist halt auch eine Art von Familie. 

Verbandsvorsitzender Gerhard Zunken ging in seinen Worten auf das abgelaufene Berichtsjahr ein. Enthalten, ein Blick auf die auch Deutschland betreffenden Auswirkungen von Kriegen und Krisen im Ausland.  

Diese Auswirkungen betreffen auch alle Blaulichtorganisationen, die ihre Planungen darauf anpassen müssen, nicht zuletzt auch die Feuerwehren als Stütze der kommunalen Schadensabwehr. In Friesland ist die Feuerwehr freiwillig und somit leistet sie ihren Dienst an der Allgemeinheit ehrenamtlich. Es ist für sie ist die Aufgabe nicht Beruf, sondern sie sehen es für sich als Berufung anderen in Not zu helfen. Dabei sind in den vergangenen Jahren die Anforderungen vielfältiger geworden. Neben Beruf und Familie ist es das Ehrenamt, in das sie nebenbei viel Freizeit investieren. Gehalten wird das alles durch die starke Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr. 

Der Kreisfeuerwehrverband Friesland e.V. hatte 2025 genau 1662 Mitglieder zusammen in den unterschiedlichen Abteilungen von der Einsatzabteilung, Jugendabteilungen, Alters- und Ehrenabteilung und dem Spielmannzug. Die Einsatzabteilung hatte einen leichten Rückgang in ihrem Personalbestand -1%, der aber durch den Zuwachs in Jugend- und Kinderfeuerwehren mit zusammen +17,5 % mehr als ausgeglichen wurde. Insofern sind die Feuerwehren im Landkreis Friesland weiterhin personell gut aufgestellt. Weiterhin konnte der Kreisfeuerwehrverband die Feuerwehren bei Anschaffungen im Jahr 2025 unterstützen. Im abgelaufenen Jahr betrafen die größten Anschaffungen einen Anhänger und eine Hüpfburg, der allen Feuerwehren im Landkreis zur Verfügung steht bei Bedarf.  

Kreisbrandmeister Dirk Heuer ging in seinen Worten erst mal auf die vor der Feuerwehr liegenden Herausforderungen ein. Eine davon ist die klimatische Veränderung, wo ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Einsatzfähigkeit die Auslieferung eines Hochleistungsförderungssystems (HFS) durch das Land Niedersachsen darstellt. Das System ermöglicht die Förderung großer Wassermengen über weitere Entfernungen. Weiterhin wurde ein neues LF-KatS des Bundes an die Feuerwehr Jever übergeben. Ein LF-KatS des Landes konnte die Feuerwehr Minsen in Empfang nehmen. Ein LF-KatS beschaffte der Landkreis Friesland für die Ausbildung und Ergänzung der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Ebenso konnte kurzfristig ein gebrauchter KdoW beschafft werden.  

In der Planung befindet sich ein LUF (Löschroboter) der beschafft werden soll. Weiterhin befinden sich Fahrzeuge für die Kreisfeuerwehrbereitschaft Gefahrgut in der Beschaffung. Dabei ein CBRN-Erkunderfahrzeug vom Bund, das zukünftig durch die Feuerwehr Sande betrieben werden soll und auch Bestandteil der Kreisfeuerwehrbereitschaft Gefahrgut sein wird. 

Die Ausbildung an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) wurde schon im August 2024 als Folge des neuen Niedersächsischen Brandschutzgesetz umgestellt. Die modulare Grundlagenausbildung ermöglicht die Ausbildung bis zum Truppführer auf Kreisebene. Durch diese Umstellung konnte der Ausbildungsstau an der NLBK in Loy und Celle etwas reduziert werden. Weiterhin problematisch ist aber die Situation bei den weiterführenden Lehrgängen, besonders dem Gruppenführer-Lehrgang da. Generell ist das Angebot an Lehrgangsplätzen weiterhin nicht bedarfsgerecht für unseren Landkreis. 

 

Text und Bilder: Georg von Ivernois  

 

Please follow and like us: