24.08.2018 – First Respondergruppe der Stützpunktfeuerwehr Jaderberg bestens bewährt

Jaderberg-Wesermarsch – Die Stützpunktfeuerwehr Jaderberg bietet mit ihrer First Respondergruppe (FRSG), übrigens die erste im Landkreis Wesermarsch, den Bürgern im Notfall schnelle Hilfe bei der Rettung von Menschenleben.

Vor dreizehn Jahren wurde diese ehrenamtliche Gruppe mit über 20 Helfern/innen gegründet, sie hat sich inzwischen bei vielen Einsätzen im Laufe der Jahre recht gut bewährt und ist heute hier nicht mehr wegzudenken. Neben ihrem regulären Feuerwehrdienst sind viele Feuerwehrkameraden/innen auch in der FRSG ehrenamtlich für die Bürger einsatzbereit. Die Stützpunktfeuerwehr Jaderberg will mit ihrer FRSG, die nach dem Anruf über 112 von der Großleitstelle Oldenburg alarmiert wird, den Rettungsdienst tatkräftig unterstützen. Und dieses System hat sich in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten bereits bestens bewährt und manchem Bürger konnte im Notfall schnelle Hilfe geboten werden. Die Fist Responder sind in der Regel in drei bis vier Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort und können bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungsdienstes bereits schnelle und fachgerechte Hilfe leisten. Jeweils ein Mitglied der FRSG hat das Einsatzfahrzeug immer in seiner Nähe und kann nach der Alarmierung über Funk sofort zum Einsatzort fahren. Und die übrigen Mitglieder der FRSG fahren mit eigenem Pkw zum Einsatz; in der Regel bleiben bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und Notarztes drei Mitglieder der FRSG am Einsatzort.

Intensive Aus- und Fortbildung

Helmut Munderloh ist Leiter dieser erfolgreichen FRSG und ein auf hohem Standard angelegtes erfolgreiches Ausbildungsprogramm läuft in Jaderberg unter der Leitung von Uwe Nethke, Lehrrettungsassistent bei der JUH-Rettungsdienstschule, Mitglied der Feuerwehr und Ausbildungsleiter der FRSG) sowie dem hervorragenden Ausbildungsteam so u.a. mit Dr. med. Klaas Oltmanns und weiteren Helfern (alle aktive Mitglieder der FRSG) bei der intensiven Aus- und Fortbildung vor Ort unterstützt. Kreisfeuerwehrarzt Dr. med. Olaf Hesper, auch als Notarzt tätig, steht voll hinter dieser Ausbildung und begleitet die First Respondergruppe seit vielen Jahren mit Rat und Tat. Wie wichtig dieser Dienst der FRSG, die vom Förderverein Feuerwehr Jaderberg finanziert wird, für Jaderberg und Umgebung geworden ist, lässt sich an den hohen Einsatzzahlen, den kurzen Eintreffzeiten und Einsatzerfolgen leicht erkennen.

Neben ihrem regulären Feuerwehrdienst und Feuerwehreinsätzen laufen die Einsätze sowie die ständige intensive Aus- und Fortbildung in der FRSG. Und auch Nachwuchskräfte müssen hier für diese wichtige Aufgabe aufgebaut werden.  Die First Responder weisen darauf hin, dass sie seit 2010  eine Möglichkeit zur Teilnahme an ihrem Dienst nicht nur für Feuerwehrangehörige, sondern auch für externe Fachberater aus den Medizinischen Diensten haben. Und so sind inzwischen schon einige externe Fachberater aktives Mitglied der First Responder und haben sich bereits bei vielen Einsätzen bestens bewährt. Am Jahresende 2017 zählte die  FRSG  insgesamt 14 Rettungssanitätshelfer/innen, je ein Lehrrettungsassistent, Rettungsassistent, Notfallsanitäter, Fachberater, Arzt und Apothekenhelferin sowie drei Krankenschwestern.

Turnusmäßig auch praktische Ausbildung

Um jederzeit für die Einsätze fit zu sein, müssen die First Responder an ihren 12 Dienstabenden im Jahr ihre theoretische und praktische Ausbildungsstunden absolvieren. Hinzu kommen die praktischen Übungsstunden, zweimal im Jahr an Samstagen, ein Praktika an Wochenenden beim Rettungsdienst Varel sowie die Teilnahme am Symposium bei der befreundeten FRSG in Scharrel. Die jüngsten praktischen Ausbildungsstunden wurden am letzten Samstagnachmittag beim Feuerwehrhaus absolviert. Hauptthema war der Massenanfall von Verletzten (ManV). Es wurden dann verschiedene Fallbeispiele abgearbeitet. Zu praktischen Ausbildung zählten dann die ManV-Aufgaben, Erstversorgung der Verletzten, Rettungsmöglichkeiten, Einsatz von Geräten, Übergabe an den Leitenden Notarzt, Einrichten eines Verbandsplatzes, Art der Verletzungen, mehrere Verletzungen, Polytrauma usw. feststellen. Hier wurden dann die wichtigsten Aufgaben abgearbeitet, wozu  u.a. Lage erkunden, Anzahl der Verletzten,  Erstversorgung der Verletzten, weitere Hilfe anfordern, Einsatzleitung  einrichten, Einteilen weiterer Aufgaben usw. zählten. Dr. med. Klaas Oltmanns sowie die weiteren Ausbilder Alexander Peeters und Marvin Kraudelt (beide auch im Rettungsdienst tätig) konnten während der Übungsphase den First Respondern den ManV- Einsatz gut erläutern und wertvolle Tipps, auch beim Einsatz von Geräten, geben. Eine Woche früher war auf dem Übungsabend die Wiederbelebung das Hauptthema und eingehend haben sich dann die First Responder unter fachkundiger Leitung der Ausbilder mit dieser wichtigen Aufgasbe beschäftigt. Neulinge in der FRSG müssen etwa 70 Stunden Ausbildung absolvieren, bevor sie ihre Prüfung zum Rettungssanitäterhelfer ablegen können; dann sind auch diese gut ausgebildeten Kräfte berechtigt, bei Notfällen als Ersthelfer und auch auf einem Rettungswagen tätig zu werden, um im Ernstfall schnelle Hilfe zu leisten.

Rückblick auf das Jahr 2017

2017 war im Allgemeinen ein durchschnittliches Jahr, insgesamt mit etwas weniger Einsätzen als in den Jahren zuvor, wie Helmut Munderloh, Leiter der FRSG, berichtet. Die Einsätze bei Verkehrsunfällen stiegen hingegen erheblich. Die FRSG wurde insgesamt 88 Mal zu Einsätzen alarmiert, darunter 21 Internistische und 2 Chirurgische Notfälle, 9 Kindernotfälle, 8 neurologische Notfälle, 1 Arbeitsunfall, 15 Verkehrsunfälle, 14 sonstige Notfälle sowie 18 Einsätze zur Unterstützung der Feuerwehr. Besonders erwähnte Helmut Munderloh auch die sehr schweren Einsätze, wo die FRSG stark gefordert wurde und auch hier in guter Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und Notärzten ihre Aufgaben hervorragend meistern konnte. Zu den weiteren Aktivitäten der FRSG zählen die Unterstützung der Feuerwehr bei Veranstaltungen, wie Osterfeuer, Ferienpassaktionen und Laternenumzug, 3 Tage Sanitätswache beim Reitturnier des Jader Reitclubs, 2 Abende Sanitätswache bei der Wasserwand der Feuerwehr Jade u.a.  Mit der Inbetriebnahme eines gebrauchten gut erhaltenen Einsatzfahrzeugs Audi Q5 im vergangenen Jahr mit Hilfe des Fördervereins der Feuerwehr und weiteren Sponsoren konnten die FRS ihre Einsatzbereitschaft wesentlich verbessern.

Förderverein unterstützt die First Responder

Um ein gutes Einsatzfahrzeug und die wichtigen Geräte ständig und störungsfrei in Bereitschaft halten zu können, ist schon ein finanzielles Polster wichtig. Darum weist die Feuerwehr immer wieder darauf hin, dass jeder Bürger die First Responder und die Feuerwehr als Mitglied im Förderverein unterstützen kann. Mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge und von Sponsoren hat die First Respondergruppe ihre Ausrüstung komplett, vom  schnellen Einsatzfahrzeug und dessen Betriebs- und Wartungskosten bis hin zum Notfallrucksack, Defibrillator, Sauerstoffgerät, Absaugpumpe, Blutdruckmessgerät, Beleuchtungsgerät, Ausbildungsmaterial usw. Weitere Informationen über die Stützpunktfeuerwehr Jaderberg und ihre First Respondergruppe bei Ortsbrandmeister Thomas Hülsebusch, auch Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Jaderberg unter der Rufnummer 04454/978629

Text u. Fotos: Hans Wilkens

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Veröffentlicht von

Thomas Giehl

Thomas Giehl

Leiter Öffentlichkeitsarbeit im OFV, AK Sprecher Internet im OFV, Bezirkspressewart des LFV - Bereich Weser Ems, stellv. KPW im KFV CLP, Internetbeauftragter im KFV CLP,