16.05.2026 – F3 – Garage brennt in voller Ausdehnung

Rastede (LK Ammerland) – Am vergangenen Himmelfahrtswochenende hatte die Gemeinde Rastede wieder zahlreiche Besucher erwartet.

Grund dafür war das MPS – das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum – auf dem hiesigen Rennplatz nahe dem Schlosspark. Doch es kam anders als erwartet. Statt Musik, Kleinkünstlern oder Feuershows erwartete viele Feuerwehrangehörige eine ganz andere Hitze. „Einsatzmeldung: 16.05.2026, 13:26 Uhr – Feuer 3, hier brennt es, vermutlich Garage.“

Von digitalen Meldeempfängern und Sirenen aus dem Alltag gerissen, eilten die Einsatzkräfte binnen kürzester Zeit zu ihren Gerätehäusern, um schnellstmöglich Hilfe leisten zu können. Initial alarmiert wurden die Feuerwehren Rastede und Neusüdende sowie die ANTS aus Loy-Barghorn und Ipwege-Wahnbek mit ihrer Schlauchkomponente. Ebenfalls bei einem F3 in Rastede hinterlegt sind der Fachzug IuK sowie die Fachgruppe Drohne des Landkreises Ammerland. Nur wenige Minuten später rückten die ersten Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Rastede mit ihrem HLF 20 sowie dem Einsatzleitwagen als Erstausrücker zur Einsatzstelle aus. Bereits auf der Anfahrt war eine dunkle Rauchsäule deutlich über dem Ort sichtbar. Der ELW mit Einsatzleiter Christian Ammermann meldete daraufhin per Funk „Anfahrt auf Sicht“ und ließ umgehend die Drehleiter der Technischen Zentrale Elmendorf nachalarmieren, sowie das TLF der Feuerwehr Hahn und die Feuerwehr Südbäke. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte ließ der erste Gruppenführer sofort zwei C-Rohre vornehmen – eines zur direkten Brandbekämpfung und ein weiteres zur Riegelstellung für ein benachbartes Mehrfamilienhaus. Die ersten beiden Angriffstrupps unter Atemschutz merkten jedoch schnell, dass sie es mit einer enormen Hitzeentwicklung zu tun hatten. Trotz vollständiger Schutzausrüstung stellte die Brandintensität eine enorme Belastung für die Einsatzkräfte dar. Bei der Erkundung der rückwärtigen Gebäudeseite zeigte sich schließlich, dass das Feuer bereits kurz vor Eintreffen der Feuerwehr auf das Dach des angrenzenden Einfamilienhauses übergegriffen hatte.

Dementsprechend leitete die Einsatzleitung umgehend weitere Maßnahmen ein. Ein zweiter Verteiler wurde gesetzt, um einen weiteren Brandabschnitt im rückwärtigen Bereich aufzubauen. Während sich die Angriffstrupps gerade in Stellung brachten, um den hinteren Bereich abzulöschen, lösten sich auf der Vorderseite Teile des Wärmedämmverbundsystems von der Hauswand. Glücklicherweise reagierten alle Einsatzkräfte aufmerksam und umsichtig, sodass niemand verletzt wurde. Indes war auch die Drehleiter der Technischen Zentrale Elmendorf an der Einsatzstelle eingetroffen. Nach kurzer Rücksprache zwischen Gruppenführern und Einsatzleitung wurde die Anleiterbereitschaft hergestellt und die Brandbekämpfung zusätzlich über den Wenderohrbetrieb aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Dach bereits in Vollbrand. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten schließlich Wirkung, und das Feuer konnte unter Kontrolle gebracht werden. Dennoch war bereits in den ersten Minuten eine starke Rauchentwicklung über der Gemeinde wahrnehmbar gewesen, weshalb eine Warnung an die Bevölkerung sowie an die Besucher des Festivals herausgegeben wurde. Noch während die Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt waren, machten sich auch Gemeindebrandmeister Ingo Riediger sowie Kreisbrandmeister Jürgen Scheel vor Ort ein Bild von der Lage.

Im weiteren Verlauf konnte der Brand nach und nach vollständig abgelöscht werden, jedoch gab es weiterhin kleinere Glutnester. Diese ließen sich nur schwer mit Wasser erreichen, weshalb über die Drehleiter ein gezielter Schaumangriff über das Dach vorgenommen wurde. Auch in der Garage wurde durch einen weiteren Trupp ein Schaumangriff durchgeführt, um das dort abgestellte Fahrzeug abzulöschen. Nach gut zweieinhalb Stunden konnten schließlich die Aufräumarbeiten beginnen. Verbrauchte Atemschutzgeräte und Schläuche wurden getauscht, sämtliche Materialien wieder auf den Fahrzeugen verlastet und durch die Einsatzleitung letzte Kontrollen durchgeführt, bevor die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden konnte. Parallel nahmen auch eine Fachfirma sowie der zuständige Energieversorger ihre Arbeit auf. Mithilfe eines kleinen Baggers wurden die Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Gas freigelegt und abgeschiebert.

Zum Abschluss versammelte Einsatzleiter Christian Ammermann noch einmal alle anwesenden Kräfte an der Einsatzstelle und sprach seinen Dank aus:

„Trotz der extremen Brandintensität in der Garage und des bereits vor unserem Eintreffen erfolgten Übergreifens auf das Wohnhaus wurde der Einsatz sehr souverän abgearbeitet.“

 

Text und Bild: Jan Kortkamp

 

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