12.01.2018 – Jahreshauptversammlung Ortswehr Neerstedt

Neerstedt – Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Neerstedt standen am 12. Januar neben Jahresberichten und Wahlen von zahlreichen Funktionsträgern auch diverse Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung.

Bild: Beförderungen (mit Gratulanten), v.l.: Andreas Tangemann (Kreisbrandmeister), Martin Einemann, Katrin Albertus-Hirschfeld (Verwaltung), Bernd Stöver, Carl Leffers, Timo Schneidewind, Patrick Jordt, Tim Padeken, Dirk Lüke, Thore Güldner (Rat) und Heiner Ulrich (Gemeindebrandmeister)

Ortsbrandmeister Martin Einemann konnte seitens der Feuerwehr Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich und Kreisbrandmeister Andreas Tangemann als Gäste begrüßen. Aus dem Rat war der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Thore Güldner, der Einladung gefolgt. Ebenso war Katrin Albertus-Hirschfeld als allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters erschienen. In ihren Grußworten richtete Katrin Albertus-Hirschfeld den Feuerwehrleuten zunächst die besten Wünsche des Bürgermeisters und der Verwaltung aus.

Bild: v.l.: Martin Einemann, Dirk Lüke, Benjamin Stresow, Tim Padeken, Jost Poppe, Eike Jung

 Sie dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement: „Ihr übt ein nicht selbstverständliches Ehrenamt aus, das in der Intensität zugenommen hat.“ Insbesondere der Klimawandel würde durch die zunehmenden Einsatztätigkeiten der Wehren sichtbar. „Es ist an der Zeit, dass die großen Lenker das Problem wahrnehmen.“, so Albertus-Hirschfeld. Die Gemeinde versuche der Feuerwehr trotz angespannter Haushaltssituation für die Bewältigung ihrer Aufgaben ordentliche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. So seien seitens der Kommune rund 360.000 Euro in das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Neerstedter Wehr investiert worden, dessen Fertigstellung für Anfang Februar erwartet wird. Weiterhin seien mit der nötigen Spezialreinigung von Einsatzkleidung nach einer Asbest-Kontamination weitere Kosten entstanden, so die Vertreterin der Bürgermeisters.

Bild: Geehrte (mit Gratulanten), v.l.: Martin Einemann (Ortsbrandmeister), Carl Wolowski, Klaus Cording, Andreas Tangemann (Kreisbrandmeister), Heiner Ulrich (Gemeindebrandmeister)
 

In diesem Zusammenhang würden auch bei der Austattung der Kleiderkammer Verbesserungen anstehen. Thore Güldner sprach den Feuerwehrleuten im Namen aller Fraktionen seinen Dank aus. Er hob lobend das enorme Pensum hervor, das die Wehren leisteten. Beeindruckt zeigte er sich auch von der guten Zusammenarbeit der drei Ortsbrandmeister. Weiterhin gab der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses zu bedenken, dass bei wichtiger Ausrüstung nicht gespart werden dürfe. „Das was ihr braucht, sollt ihr auch haben“, so Güldner. Kreisbrandmeister Andreas Tangemann richtete seinerseits die Grüße des Landrates und der Kreisfeuerwehr aus. In seiner Bilanz ging er ebenfalls auf die gestiegenen Zahlen bei den Unwettereinsätzen ein. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, müsste den Feuerwehren entsprechendes Gerät und Equipment zur Verfügung gestellt werden. Auch die Einsatzhygiene in Bezug auf Asbest-Kontamination und die entsprechende Reinigung der Ausrüstung thematisierte er. So könne die Neubeschaffung bei einigen Gerätschaften wirtschaftlicher als die teure Spezialreinigung sein. Weiterhin ging Tangemann auf die Aktivitäten der Kreisfeuerwehr im vergangenen Jahr ein und gab einen Ausblick auf das neue Brandschutzgesetz. In seinem Jahresbericht aus Sicht der Gemeindefeuerwehr ging Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich unter anderem auf den Mitgliederbestand ein. Dieser sei bei den Aktiven von 144 im Vorjahr leicht auf 148 gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger von 51 auf 52 gesteigert werden können. Mit 137 Alarmierungen sind die Einsatzzahlen in 2017 laut Ulrich stark gestiegen. Rund 100 mal rückten die Wehren der Gemeinde damit mehr aus, als noch in 2016. Dies sei insbesondere den großen Unwetterlagen zuzurechnen. Neben acht Auslösungen durch Brandmeldeanlagen habe es aber auch zahlreiche Einsätze gegeben, die die Feuerwehren besonders gefordert hätten, so Ulrich. Dazu zählten mehrere Brände sowie diverse schwere Verkehrsunfälle. Auch auf die im Jahr 2017 getätigten Beschaffungen ging der Gemeindebrandmeister ein. Besondere Erwähnung fanden die persönliche Schutzausrüstung sowie die Umstellung auf Digitalfunk. „Hier konnten durch eine rechtzeitige Beschaffung der Funkgeräte 25.000 Euro gespart werden.“, so Ulrich. In Kürze werde das neue HLF der Neerstedter Wehr erwartet und auch die Ersatzbeschaffung des Brettorfer Löschgruppenfahrzeuges werde in diesem Jahr angegangen. Ulrich bedankte sich bei Gemeinderat und Verwaltung, insbesondere bei Liane Pape-Nordbrock, für die gute und enge Zusammenarbeit um die Belange der Dötlinger Feuerwehren. Im Jahresbericht der Ortsfeuerwehr Neerstedt betrachtete Ortsbrandmeister Martin Einemann zunächst rückblickend die Einsätze des Jahres 2017. Insgesamt 67 mal hatte die Neerstedter Wehr ausrücken müssen, davon seien 15 der Alarme Brandeinsätze und weitere 52 Hilfeleistungen gewesen. „Wir hatten alle Hände voll zu tun. Dabei machten Unwettereinsätze den überwiegenden Teil der Einsätze aus“, so Einemann. Gleich mehrfach musste in das Stadtgebiet Wildeshausen ausgerückt werden, um nach Starkregen und Sturm die Wildeshauser Wehren zu unterstützen. Anfang Oktober forderte Sturmtief Xavier die Neerstedter Ortswehr gleich 27 mal. Als einen „schwarzen Tag“ bezeichnete der Ortsbrandmeister den 22. August des vergangenen Jahres. Nach einem Verkehrsunfall am Aschenstedter Bahnübergang konnte dem Fahrer trotz einer Crashrettung nicht mehr geholfen werden, er verstarb an der Unfallstelle. Am Abend des gleichen Tages wurde dann noch eine ältere Dame bei einer Türöffnung leblos aufgefunden. Bei den Brandeinsätzen hob er den Brand eines Wohnmobilheims auf dem Campingplatz zu Aschenbeck und das Feuer in einem Schuppen in Brettorf hervor. Bei letzterem Einsatz sei die Einsatznachbereitung aufwendiger gewesen, als die eigentliche Brandbekämpfung, so Einemann. Nach der Kontamination mit Asbest musste die Ausrüstung an der Einsatzstelle in Säcke verpackt und durch eine Bremer Spezialfirma gereinigt werden. Auch in 2017 habe es außerdem wieder mehrere Fehlalarme gegeben. Abseits der Einsätze führte die Neerstedter Wehr laut Einemann auch zahlreiche Übungen und Veranstaltungen durch. Dazu zählten neben den Aktivitäten auf Gemeindeebene auch gemeinsame Übungen mit den Wehren aus Kirchhatten und Wildeshausen. Außerdem nahmen diverse Einsatzkräfte an besonderen Fortbildungen, wie bei den Rescue Days in Schwarzenbek oder in der Brandsimulationsanlage in Lemgo teil. Erstmals sei weiterhin ein Familienfest ausgerichtet worden. Einemann freute sich über eine gut besuchte zehnte Auflage der FFN-Fete, die auch wieder für 2018 angedacht sei. Als weiteres großes Thema sprach der Ortsbrandmeister die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeuges an. Der Hersteller Rosenbauer baut das neue HLF auf einem MAN-Fahrgestell auf. Anfang Februar wird das Fahrzeug voraussichtlich fertiggestellt, nachdem bereits kurz vor Weihnachten die Rohbaubesprechung stattgefunden hatte. Zum Abschluss seines Berichtes dankte Einemann der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit und freute sich über die Unterstützung der Feuerwehrmitglieder. Gemeindejugendfeuerwehrwart Jost Poppe ging in seinem Jahresrückblick auf die verschiedenen Aktivitäten der Jugendfeuerwehr ein. Höhepunkt sei dabei einmal mehr die Teilnahme am Kreiszeltlager gewesen, das eine Woche lang in Mentzhausen im Landkreis Wesermarsch stattgefunden hatte. Auch zahlreiche Beförderungen standen auf der Tagesordnung. Patrick Jordt und Timo Schneidewind wurden zu Hauptfeuerwehrmännern ernannt. Tim Padeken und Bernd Stöver wurden zu Löschmeistern und Carl Leffers zum Oberlöschmeister befördert. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Dirk Lüke darf sich ab sofort Brandmeister nennen und Ortsbrandmeister Martin Einemann erhielt den Dienstgrad Oberbrandmeister. Über eine besondere Ehrung durften sich zwei Mitglieder der Altersabteilung der Neerstedter Wehr freuen. So verlieh Kreisbrandmeister Andreas Tangemann Hauptlöschmeister Klaus Cording das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Löschmeister Carl Wolowski wurde sogar mit dem entsprechenden Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für seine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Bei den anschließenden Wahlen von Funktionsträgern wurde über die Posten des Ortsbrandmeisters und seines Stellvertreters geheim abgestimmt. Martin Einemann und Dirk Lüke standen für weitere sechs Jahre zur Wahl, Gegenkandidaten gab es keine. Beide wurden jeweils mit 33 Ja-Stimmen und einer Enthaltung im Amt bestätigt. Sie dankten der Versammlung für das Vertrauen. Weiterhin wurden bei den Wahlen Benjamin Stresow als Atemschutzgerätewart und Eike Jung als sein Stellvertreter bestätigt. Jugendwart Jost Poppe sowie sein Stellvertreter Tim Padeken wurden ebenfalls wiedergewählt. Letzterer hat außerdem zukünftig den Posten des Schriftführers inne, nachdem Dörte Einemann ihr Amt nach 16 Jahren zur Verfügung gestellt hatte. In Abwesenheit wurde außerdem Patrick Zerbst als Pressewart bestätigt. Alle Wahlen fielen ohne Gegenstimmen aus. Zum Abschluss der Versammlung gab Ralf Otte eine Übersicht über die Aktivitäten des Fördervereins der Neerstedter Feuerwehr aus dem vergangenen Jahr und gab die angesetzten Veranstaltungen für 2018 wurden bekannt. Unter anderem steht die elfte Auflage der FFN-Fete auf dem Plan. 

Text und Bilder: Jannis Wilgen